Ich bin mein Himmel
und meine Hölle
.


  --- Friedrich Schiller

 

Alle Jahre wieder: Ausnahmezustand


Liebe Lebenskünstlerin, lieber Lebenskünstler,

 

seit dem letzten Lebenskunst-Rundbrief sind exakt zwei Monate verstrichen. Ist es dir aufgefallen, oder warst du vielleicht insgeheim froh, eine Nachricht weniger im Posteingang zu finden?

 

Was hast du in den letzten beiden Monaten gemacht?
Was hat dich traurig gemacht, was hat dir Freude bereitet, was hat dich inspiriert?

 

Wir waren viel unterwegs, hatten viele Begegnungen und Erlebnisse, die manchmal faszinierend, manchmal haarsträubend waren. Wenn Alltagssituationen hohe Wellen verursachen, ist der Beobachter in uns gefragt. In der Meditation heißt es: schau einfach nur hin, was gerade passiert. Beurteile es nicht. Verurteile es nicht.

 

Am vergangenen Montag erwies Rei Shin Bigan Roshi unserer kleinen Zendo die Ehre. Mit 10 Leuten veranstalteten wir ein Mikro-Sesshin, nur ganz kurz, ein paar Stunden. Wie intensiv eine kurze Meditation sein kann, wissen manche vielleicht aus eigener Erfahrung. Unsere Zendo bekam bei dieser Gelegenheit auch einen Namen: Dai-Yaku-Chi-Zen-Kutsu - die "Zendo der großen stillen Weisheit". Und gestern stand ein anderer Termin auf dem Programm: Oktoberfest mit Kollegen. Krasser können Gegensätze nicht sein, möchte man meinen. Bei schlappen 10 Grad Außentemperatur und Dauerregen hatte das Sicherheitspersonal alle Hände voll zu tun, diejenigen vor der Tür stehenzulassen, die keine Platzkarten vorzuzeigen hatten. Die anderen Glücklichen durften ihre Biermarken einlösen, sich an einem ein Hendl für 16,80 EUR die nackten Finger verbrennen, weil es kein Besteck gab, und zwischendurch plätscherte eine Regenpfütze durch das leicht undichte Bierzeltdach. Für alle, die auf den wippenden Holzbänken tanzten, und den Refrain "We're on a highway to hell" mitsangen, dürfte das - neben dem obligatorischen "oans-zwoa-gsuffa!" eine willkommene Erfrischung gewesen sein.

 

Verbinde dich mit den Elementen und befreie deinen Geist. Das, was wir am Montagabend in der Meditation versuchten, dürfte so mancher nach vier Mass Bier auch irgendwie geschafft haben. Am meisten hat mich jedoch die Bedienung beeindruckt: eine zierliche junge Frau, die den ganzen Abend lang Masskrüge durch die Gegend schleppte - pro Ladung geschätzte 15-20 Kilo. Sie blieb stets freundlich und ruhig, meisterte das Chaos souverän, egal ob sie sich durch die viel zu engen Gänge zwängen, Fragen beantworten oder kassieren musste. Da war nichts Aufgesetztes, nichts Gehetztes, nichts Genervtes. Ich glaube: Buddha höchstpersönlich hätte an diesem Abend auch nicht mehr Trinkgeld bekommen als sie ;-)

 

Wenn ich das nächste Mal wieder einen Anflug von Angenervtsein erfahre, dann werde ich mich wahrscheinlich nicht in die Zendo der großen Stillen Weisheit zurück ziehen, sondern lieber an die Wies'nbedienung denken und das Mantra "Hölle, Hölle, Hölle"! rezitieren.

 

* Wer hat dich in letzter Zeit sehr beeindruckt?
* Vielleicht bewunderst du sogar jemanden. Wofür?

* Was hindert dich daran, selbst ebenso eindrucksvoll oder bewundernswert zu sein?

 

Ein beobachtungsreiches Wochenende wünschen

 

Jacqueline & Thomas

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Aktuelles

Mutig fanden wir Angela Merkels Treffen mit dem Dalai Lama im Kanzleramt. Respekt!

Mutig sind auch die Mönche in Burma, die wir mit unserer Unterschrift auf den Seiten von www.avaaz.org unterstützt haben. Wegen der vielen Seitenzugriffe gibt es leider immer wieder Probleme mit dem Aufruf, aber wir hoffen sehr, dass die Bemühungen erfolgreich sind. Dem Wunsch nach einer friedliche Lösung schließen wir uns an.

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Lebenskunst-Echo

Weil unser letzter Rundbrief so kurz vor den Sommerferien erschienen ist, gab es kaum Rückmeldungen, auf die wir an dieser Stelle hätten hinweisen können. Oder lag es etwa am Thema? Hast du in den letzten Wochen so etwas wie ein Wunder erlebt? Myriam wußte etwas zu berichten. Was sie uns geschrieben hat, kannst du hier nachlesen.

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Buchtipp

Das Beste kommt erst noch
von Dieter Müller-Harju

Wer kennt das nicht? An irgendeiner Kreuzung des Lebens nimmt man die falsche Abzweigung und landet schließlich in einer Tretmühle, der man entfliehen möchte - nur wie?

Wenn man hofft, dass in der Zukunft alles (von allein) besser wird, wartet man meist vergebens. Der Buchtitel, der verspricht, dass das Beste noch kommt, will Mut machen jetzt hier und heute den ersten von acht Schritten zu tun, an deren Ende die früheren Fehlentscheidungen korrigiert sind.

Wer den Lebenskunst-Rundbrief mag, wird dieses Buch lieben. Es lädt ein, innezuhalten und wesentliche Fragen zu stellen.
Jedes Kapitel beginnt mit einem inspirierenden Zitat, enthält Denkfragen und Pausenstopps. Kapitel für Kapitel entwickelt sich Klarheit über die eigenen Herzens- und Lebenswünsche. Der Leser wirft einen Blick zurück, und schaut sich im Hier und Jetzt um, und macht sich dann auf eine neue Etappe seiner Lebensreise. Das letzte Kapitel im Buch - das Manifest der Besten - beginnt mit einem Zitat von Ludwig Feuerbach. Es eignet sich hervorragend, um das erste Kapitel des neuen Lebensabschnitts einzuleiten:

Deine erste Pflicht ist es, dich selbst glücklich zu machen.

Wer denkt, dass es an der Zeit ist, alte, ausgetretene Pfade zu verlassen, sollte sich das Buch holen.

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Zur Buchmesse in Frankfurt lädt Dr. Mueller-Harju dazu ein, sich am „Manifest der Besten“, das er in seinem Buch veröffentlicht hat, zu beteiligen – und dabei auch zu gewinnen. Näheres und
ein Auszug aus dem „Manifest der Besten“ finden Sie auf der Webseite
Termin: 11. Oktober 2007, Frankfurter Buchmesse, 13 - 15 Uhr
am Stand des Herbig Verlages: Halle 3.0, Stand D 124.

 

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Und dann war da noch...

Loriot, der sagte:

"Eine Semmel enthält 140 Kalorien,
700 Semmeln pro Jahr ergeben 98.000 Kalorien,
diese benötigt man, um eigenhändig 1 Elefanten 9 Zentimeter weit zu tragen.

Aber wozu?"

Zum Glück ist Loriot ein begnadeter Humorist und nicht Physiker,
wie Udo H. uns aufklärte:

Ein Elefant wiegt bis zu 5 Tonnen --> ca. 50.000N Gewichtskraft
Um den Elefanten um 1m anzuheben ergibt sich ganz grob
50kN * 1m = 50000Nm = 50000 Joule = 50kJ
Der horizontale ("... weit zu tragen ...") Transport benötigt im Idealfall keine Energie
Unterstellt man hier Höhenschwankungen also noch mal 50000 Joule drauf (bin großzügig) --> 100kJ --> ~ 24kcal --> 24Kalorien

Du siehst also Loriot hat sich so um den Faktor 4000 vertan, macht aber nichts, seine Begründung ist unterhaltsamer.

Wenn du wissen möchtest, welcher Physiker so genau ist, und gleichzeitig so viel Humor hat, dann besuch seine Fotografie-Seite

 

Danke für deine Aufmerksamkeit!

Jacqueline & Thomas

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Der Lebenskunst-Newsletter ist die Fortführung des betrachtenswert-Newsletters
ISSN 1617-7282

 

Er ist ein gemeinsamer Service von

www.zenkreis.de und www.betrachtenswert.de

und erscheint 8-10 x im Jahr mit kurzen Zitaten,

Gedankenimpulsen, TV-Tipps, Aufgelesenem, Humor und/oder Buchtipps.

Weiterleitung ist erwuenscht. Unsere Texte duerfen ohne Rueckfrage

verwendet und zitiert werden, wenn der Lebenskunst-Newsletter als

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