Kochen ist eine Kunst
und keineswegs
die unbedeutendste.


  --- Luciano Pavarotti

 

Ein Bärchen in Ehren....


Liebe Lebenskünstlerin, lieber Lebenskünstler,

 

Liebe geht durch den Magen!

 

Neuerdings fällt uns eines auf: Kochshows überall. Kein Fernsehabend ohne Kochduell, perfekte Dinner und was es nicht alles gibt. Und wenn wir im Supermarkt durch die Regalreihen schauen, fällt uns auch etwas auf: die Menge der "vorgefertigten Lebensmittel" nimmt dramatisch zu. Darunter finden sich die kuriosesten Produkte, so genanntes "Convenience-Food". Darunter versteht man ganz oder teilweise vorgefertigte Komponenten oder auch komplette Fertigmahlzeiten, deren Hauptanliegen es ist, die Zubereitung des Essens zu erleichtern und zu verkürzen.

 

Hm. Jaja, wir haben ja alle keine Zeit. Schon gar nicht zum Kochen. Oder liegt es eher daran, dass heutzutage immer weniger Leute überhaupt wissen, wie man eine Mahlzeit zubereitet? Das aberwitzigste Produkt, das wir gesehen haben, ist eine 0,5 Liter-Plastikflasche, die ungefähr zu einem Viertel mit einem Pulver gefüllt ist. Dieses Pulver ist eine Mischung aus Mehl, Zucker, Trocken-Ei und "Aromen". Man muss nur noch ein bißchen Milch dazufüllen, Deckel drauf, schütteln und alles in die heiße Pfanne gießen. Das gibt dann einen leckeren (?) Pfannkuchen für 1,69 EUR (plus Milch und Strom). Und ganz viel Plastikmüll. Die Flasche, in der das Produkt verkauft wird, kostet mehr als deren Inhalt. Plastik wird übrigens aus Erdöl gemacht. Und davon haben wir richtig viel und es ist auch richtig preiswert.

 

Wenn man Mehl, Zucker, Eier, Milch und Salz im Haus hätte, und wüßte, wie man die Zutaten zusammen mischt, bräuchte niemand ein solches Produkt. Billiger und ökologischer wäre das. Aber offensichtlich gibt es einen Markt für diesen Wahnsinn.

 

Für uns ist das alles ein Anlass, mal ein paar Denkfragen zum Thema Essen/Kochen zu stellen. Abgesehen vom Verpackungswahnsinn, den wir an dieser Stelle wirklich anprangern, wollen wir keine moralische Wertung in den Raum stellen, sondern wirklich einmal einige Leserstimmen einfangen. Wie läuft es ab, bei dir zu Hause oder in der Firma?
Es geht nicht um einen Glaubenskrieg, was wir essen sollten (bio, vegetarisch oder was auch immer), sondern wir möchten den Fokus einmal darauf richten, wie wir essen - und wie wir unsere Nahrung zubereiten.

  • Kannst du "richtig" kochen (egal, ob es dir Spaß macht oder nicht)?
  • Ist Kochen für dich eher eine lästige Arbeit oder ein kreatives Vergnügen?
  • Nimmst du täglich zwei bis drei Mahlzeiten ein - oder mehr/weniger?
  • Auch wenn du nicht selbst kochst: Nimmst du dir Zeit zum Essen?
  • Ist Essen für dich eher eine Notwendigkeit (Hauptsache satt), oder beschäftigst du dich bewusst mit deinem Speiseplan?
  • Wurde/wird in deiner Familie regelmäßig gekocht und kommt die Familie zum gemeinsamen Essen zusammen? (Täglich - nur am Wochenende - gar nicht?)
  • Ein Essen mit Freunden - lieber privat oder im Restaurant?
  • Wenn du selbst einkaufst: nimmst du frische Produkte (dazu zählen wir auch unbehandelte Tiefkühlware) zum Selberkochen oder lieber Convenience-Produkte, weil es einfacher ist und schneller geht? (oder mal so, mal so)

Wir vermuten, dass Lebenskunst-Leser tendenziell selbst kochen und darauf achten, was und wie sie essen. Aber auch wenn sich der eine oder andere jetzt ertappt fühlt, und vielleicht auch schon mal den Pfannkuchen aus der Plastikflasche geschüttelt hat: wir freuen uns auf jede Zuschrift!

Ein genußvolles Wochenende wünschen

 

Jacqueline & Thomas

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Buchtipps

Prost Mahlzeit!
Krank durch gesunde Ernährung

Wer sich nicht scheut, die eigenen Vorstellungen übers Essen erschüttern zu lassen, wird das Buch mit Gewinn lesen.

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Kochen nach Ayurveda

Wir haben schon 2003 eine Ayurveda-Klinik in Sri Lanka besucht und halten viel von der alten indischen Heilslehre. Es gibt enorm viel Literatur dazu - in diesem Buch findet man neben Rezepten auch eine informative Einleitung zu Geschichte und Philosophie des Ayurveda. Ganz wichtig ist der ausführliche Test zur Bestimmung des eigenen Konstitutionstyps, hilfreich ist auch das umfangreiche Lebensmittellexikon.

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Was ist denn eigentlich...

Metabolic Typing?

Am besten trifft es der Satz: Was dem Einen wunderbar hilft, nützt dem Nächsten überhaupt nichts, und ein Dritter wird sogar davon krank.

So lange gesundheitlich alles stimmt, und das Körpergewicht keine Probleme bereitet, gibt es keinen Grund, sich viele Gedanken um die Ernährung zu machen. Die meisten Menschen in unserem Kulturkreis leiden jedoch an Übergewicht oder verschiedenen Krankheiten, die man über die Ernährung positiv beeinflussen kann. Und so macht man sich auf die Suche nach der idealen Diät. Leider gibt es da sehr viele widersprüchliche Tipps (siehe unsere Buchempfehlung).

Ein neues Schlagwort ist also Metabolic Typing. Ähnlich wie in der Ayurvedischen Typologie geht man bei diesem Verfahren davon aus, dass jeder Mensch einen individuellen Stoffwechsel hat, der unterschiedliche Ernährungskomponenten benötigt, um optimal zu funktionieren. Es gibt also keine Diät für alle oder die gesunde oder die krankmachende Ernährung schlechthin, sondern jeder Mensch braucht eine ganz individuell auf seine Bedürfnisse abgestimmte Ernährung. Eigentlich völlig logisch.

Im Normalfall, d.h. wenn wir noch ein gutes Gefühl dafür hätten, was unser Körper braucht und was ihm schadet, würden wir intuitiv zu den richtigen Lebensmitteln greifen. Dieses Wissen steckt in unseren Genen. Bedauerlicherweise ist den meisten von uns dieses Feingefühl abhanden gekommen - durch jahrelange "schlechte" Gewohnheiten, und weil unsere schnelle, hastige Lebensweise auch nicht dazu einlädt, einmal genau zu beobachten und in den Körper hinein zu spüren.

Also könnte man sich der neuen Methode bedienen und testen lassen, zu welchem Typ man gehört, und was einem wahrscheinlich gut tun würde. Dazu könnte auch die Erkenntnis gehören, dass vegetarische Ernährung nicht für jedermann geeignet ist, oder dass die Kartoffeln, die man so gerne futtert, in Zukunft nicht mehr so oft auf den Tisch kommen dürfen... Im täglichen Leben können dabei natürlich weitere Schwierigkeiten auftreten: wenn in einem Haushalt sehr unterschiedliche Ernährungstypen zusammen leben, muss vielleicht doppelt gekocht werden. Eine neue logistische Herausforderung, die Zeit kostet... Zeit, die wir uns vielleicht nehmen sollten, wenn wir es ernst mit uns selbst meinen.

Die Kosten für das Metabolic Typing werden von den Krankenkassen leider nicht übernommen, aber wenn die Methode wirklich so wirkungsvoll ist, könnte sich das in einer fernen Zukunft ja ändern. Bis dahin bleibt uns die Alternative, uns mehr Zeit für uns selbst zu nehmen, genau hin zu schauen, und im Selbstversuch die Auswirkungen unterschiedlicher Ernährung selbst zu erfahren.

Beitrag bei Frau.TV zu Metabolic Typing

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Im Web weiterlesen

... und dann an den Herd!

Bereits im Mai dieses Jahres bekamen wir eine Nachricht von Markus Vonach (gedankenspiel.org), der für seinen Freund Nicolas eine Koch- und Rezeptewebseite erstellt hat. Schlicht und schön, und vielleicht findet der eine oder andere hier die Inspiration, mal wieder etwas anderes zu brutzeln.

Feedback zu den Seiten und Rezepten ist herzlich Willkommen, Weiterempfehlung erwünscht. In diesem Zusammenhang erhält der Begriff "Mundpropaganda" eine ganz neue Bedeutung
:-)

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Und dann war da noch...

Moliére, der sagte:

"Als ob es eine Kunst wäre, mit viel Geld ein anständiges Mahl herzurichten! Kinderleicht ist das, der größte Esel bringt das zuwege. Wer sein Handwerk versteht, der braucht wenig Geld und kocht trotzdem gut."

Danke für deine Aufmerksamkeit!

Jacqueline & Thomas

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Der Lebenskunst-Newsletter ist die Fortführung des betrachtenswert-Newsletters
ISSN 1617-7282

 

Er ist ein gemeinsamer Service von

www.zenkreis.de und www.betrachtenswert.de

und erscheint 8-10 x im Jahr mit kurzen Zitaten,

Gedankenimpulsen, TV-Tipps, Aufgelesenem, Humor und/oder Buchtipps.

Weiterleitung ist erwuenscht. Unsere Texte duerfen ohne Rueckfrage

verwendet und zitiert werden, wenn der Lebenskunst-Newsletter als

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