Was als ein Strom nützlicher Informationen begann, hat sich inzwischen in eine Sturzflut verwandelt.


  --- Neil Postman

 


Liebe Lebenskünstlerin, lieber Lebenskünstler,

 

gerade hat in Hannover die CeBIT begonnen. Ein großes Thema sind halbwegs energiesparende Computer. Gut so! Das entlastet nicht nur das Monatsbudget, sondern beruhigt auch so ein bißchen das schlechte Gewissen: unsere schöne, moderne Welt mit all ihren Annehmlichkeiten ist leider sehr energiehungrig.

 

Es gibt Leute, die kommen wunderbar ohne Fernsehgerät aus. Manche brauchen kein Handy. Andere können ohne Computer leben. Aber da sind ja auch noch Digitalkameras. CD/DVD-Spieler. MP3-Player. Elektroherde. Kühl- und Gefrierschränke. Waschmaschinen. Wäschetrockner. Fön. Elektrische Zahnbürsten. Licht... Vieles, was unser Leben angenehm macht und unglaublich viel Zeit spart. Aber eben auch Geräte, mit denen wir mit unseren Mitmenschen in Verbindung bleiben können.


Jeder wählt für sich welche Kommunikationsmittel und Medien er benutzen möchte. Diese Wahl hat entscheidenden Einfluss darauf, "in welchen Kreisen man verkehrt". Manche Leuten quasseln stundenlang am Telefon. Andere tippseln Dutzende von SMS-Nachrichten. Andere schreiben lieber Mails oder benutzen Internettelefonie mit Webcam. Eine persönliche Begegnung kann die Technik nicht ersetzen, aber ein Telefongespräch, eine Mail zwischendurch ist ein Zeichen dafür, dass man an jemanden gedacht hat.

 

Jede Technologie bietet Chancen und hat gleichzeitig Schattenseiten: eine Videokonferenz und das Arbeiten aus dem Homeoffice sind womöglich energiesparender, als die tägliche Pendler(Stau)fahrt ins Büro oder ein Flug nach Atlanta. Pluspunkt. Aber wenn der Strom ausfällt, geht gar nichts mehr. Risikofaktor!

 

Und wie ist es mit den Inhalten? Gerade im Zusammenhang mit dem Internet erleben wir häufig, dass DAS Internet als DAS Böse schlechthin bezeichnet wird.

In der Vorstellung vieler Menschen entsteht der Eindruck, das Internet sei vorwiegend ein Treffpunkt von Terroristen, Pädophilen, Sexbesessenen, Verschwörungstheoretikern und Betrügern. Stimmt nicht. Und stimmt doch.

 

Das Internet bildet lediglich unsere äußere Wirklichkeit in einem "virtuellen Raum" ab. Es ist genauso facettenreich wie unser reales Leben: Da gibt es Kaufhäuser, Zeitungen, Fernsehsender, Privatpersonen... Es gibt die aktiven Nutzer, die selbst Inhalte einstellen. Und es gibt die passiven Nutzer, die sich Informationen holen, Zerstreuung oder ... was auch immer. Das Internet ist genauso gut oder böse wie ein Messer: man kann es zum Brot schneiden verwenden, oder man kann jemanden damit bedrohen, gar töten. Man kann süchtig danach werden, oder es einfach nur als Werkzeug benutzen.

  • Welche Medien benutzt du am häufigsten?
  • Welche sind dir am liebsten?
  • Worauf könntest du getrost verzichten?
  • Ein Tag ohne Fernseher / Video / Computer / Handy / MP3 Player etc.
    Auch wenn du es liebst: verzichte einmal ganz bewusst einen Tag komplett auf dein Lieblings Gerät. Was tust du stattdessen?
  • Wenn du ein Mensch bist, der mit wenigen Geräten auskommt: was ist dein Steckenpferd? Was passiert, wenn du es beiseite lässt?

Entdecke die Möglichkeiten jenseits deiner Gewohnheiten :-)

 

Jacqueline & Thomas

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Gauner im Web?!

Auf unserer Zenkreis-Seite findet sich, wie auf vielen anderen Webseiten auch, eine Geschichte, die mit folgenden Zeilen beginnt:

Eines Tages bat eine Lehrerin ihre Schüler, die Namen aller anderen Schüler in der Klasse auf ein Blatt Papier zu schreiben und ein wenig Platz neben den Namen zu lassen. Dann sagte sie zu den Schülern, sie sollten überlegen, was das Netteste ist, das sie über jeden ihrer Klassenkameraden sagen können und das sollte sie neben die Namen schreiben.... (und so weiter).  
     

Diese Geschichte bekamen wir vor kurzem erneut ins Postfach (danke, wir hatten sie schon), und wenig später erhielten wir von einem anderen Leser den Tipp, dass es "zu dieser Geschichte auch eine Seite gebe". Wir haben uns diesen Link dann mal angeschaut und kamen zu einem unschönen Schluss - nämlich dass wir einen Warnhinweis ausgeben müssen. Nicht alle Webseitenbetreiber, die schöne Texte anbieten, sind Lichtgestalten. Am einfachsten erkennt man einen seriösen Seitenbetreiber daran, dass er sich im Internet mit sämtlichen Daten offenbart. Dazu ist er nämlich laut Teledienstgesetz verpflichtet: Name, Anschrift, Mailkontakt. Bei Seiten, auf denen Waren angeboten werden oder wenn Amazon-Links geschaltet sind, muss zusätzlich die Umsatzststeuernummer angegeben werden. Diese Daten verwenden Spammer und andere nette Menschen, um die gesetzeskonformen Webmaster mit Werbung und unerwünschten Anrufen zu bombardieren. Macht nix, wir sind ja brave Bürger und nehmen das mit buddhistischem Gleichmut in Kauf, obwohl wir beim Blick in den Spam Ordner unsere Adressen manchmal auch lieber offline schalten würden.

Dreist ist es allerdings, wenn es auf einer Seite einen Link auf die Kontaktseite gibt, und der Seitenbetreiber dort schreibt: Unsere Kontaktseite wird gerade überarbeitet. Gleichzeitig besteht der gesamte Web-Auftritt aus einem Text und einem E-Mail-Formular, mit dem der geneigte Besucher seine eigene Adresse und die seiner liebsten Freunde hinterlässt. Und dazu schreibt er dann alles, was er an seinem per Mail adressierten Mitmenschen so sehr schätzt. Im Klartext: über das Kontaktformular auf der Webseite werden höchst private Daten offen gelegt, die dem Seitenbetreiber von ganz alleine in den Schoß fallen. Wofür auch immer.

Weil wir das ziemlich heftig fanden, haben wir mal nachgeschaut, auf wen diese seltsame "Netzwerk"-Seite angemeldet ist. Immerhin: es ist eine Domain in Deutschland. Auf www.denic.de kann jeder Internetnutzer abfragen, wer hierzulande eine Domain registriert hat. Die Daten sind nicht immer ganz aktuell, aber es lässt sich zumindest eine prinzipielle Information einholen: ist es eine Privatperson, die es vielleicht nicht besser weiß - oder steckt eine Firma dahinter?

In unserem Fall ergab die Abfrage, dass die "Weisheitsseite" mit angeschlossenem Kontaktformular von einer Firma betrieben wird. Gibt man diesen Firmennamen in Google ein, landet man im Forum der Zeitschrift CHIP, in dem User sich darüber austauschen, dass eben diese Firma an anderer Stelle schon einmal versucht hat, für ein offensichtlich unseriöses Projekt Geld einzusammeln. Man stelle sich nun vor: Ihre beste Freundin hat dieser Firma über das Kontaktformular nicht nur Ihre Mailadresse kund getan, sondern auch ein paar sehr persönliche Infos - die eigentlich nur ihre beste Freundin wissen kann. Wenn Sie nun von dieser Freundin vermeintlich aufgefordert werden, ihr ein paar Euro zu leihen, werden Sie es vielleicht sogar tun. Blöd, wenn es gar nicht Ihre Freundin war. Sondern die Firma, die sich unter gefälschter Mailadresse als Ihre Freundin ausgegeben hat. Und dass ein Diplom-Informatiker Wochen dafür benötigt, sein Kontaktformular zu überarbeiten, während das Mailformular für die privaten Datenübermittlung einwandfrei funktioniert, ist ebenfalls mehr als unglaubwürdig. FINGER WEG von solchen Seiten!

Eine solche Recherche dauert circa eine Minute und sollte für jeden verantwortungsbewussten Internetsurfer selbstverständlich sein, bevor er seine Daten irgendwo hinterlässt:

  • Gibt es ein ordentliches Impressum?
  • Hat die Seite umfangreiche Inhalte? (Gauner geben sich im Normalfall nicht viel Mühe)
  • Auf wen ist die Seite bei Denic angemeldet (wenn es eine .de Domain ist)
  • Was lässt sich über die Person/Firma heraus finden, wenn man Google los schickt?

Mit dieser Checkliste kann man sich zwar nicht gegen Betrug absichern, aber man bekommt ein Gefühl dafür, welche Seiten seriös sind, und welche nur auf schnelle Abzocke aus sind, oder einfach nur Daten abgreifen wollen.

Wenn du jemandem etwas Nettes sagen oder schreiben willst, dann kannst du dafür ebenso gut deine eigene elektronische Mailbox benutzen. Vielleicht ist es sogar wieder mal Zeit für einen echten Brief ?!

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Lebenskunst-Echo

Lebenskunst-Leser Marko J.: schreibt mal über Liebe,,,, Ja, das machen wir gerne mal wieder, aber heute nicht :-) Wir haben stattdessen etwas anderes, das im weitesten Sinne auch mit Liebe zu tun hat:

   

Liebe geht durch den Magen

Nach Lektüre unseres Neuigkeitenbriefes zum genannten Thema hat uns Werner Wirth zwei Bücher geschenkt: Gabelzart.

Nun ja. Gemeinhin ist der Buddhist ja eigentlich eher Vegetarier. Da wir aber davon ausgehen, dass nicht alle unsere Leser Buddhisten sind, und gerne auch mal Fleisch zu sich nehmen, verlosen wir die beiden Bücher. Wenn du in Zukunft das Fleisch "liebevoll behandeln und es nicht einfach nur in die Pfanne hauen" willst, dann schicke bis zum 15. März, eine Nachricht mit deiner Anschrift und dem Betreff "gabelzart" an newsletter@zenkreis.de

Die Gewinner werden nach dem 15.3. ausgelost und im nächsten Newsletter bekannt geben.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

 

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Zu verschenken

Falls unter unseren Lesern zufällig jemand einen Canon Tintenstrahl-Drucker verwendet, Modell BJC 8200 Photo oder S800 oder S820D: wir haben von unserem alten Gerät, das im Sommer den Geist aufgegeben hat, noch jeweils ein eingeschweißte Tintenpatrone Black und Magenta zu verschenken (Marke Geha). Schick uns deine Mail mit vollständiger Adresse und die Patronen sind dein.

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Und dann war da noch...

Irène Bento, die sagte:

Die Wahrheit ist für mich wie ein Spiegel, der nicht "Wahrheit oder Unwahrheit" reflektiert. Für verschiedene Zeiten, für verschiedene Religionen und Konfessionen, für verschiedene Völker, ja, sogar für jeden einzelnen Menschen wiedergibt der "Spiegel der Wahrheit" ein anderes Bild der Wahrheit. Er darf aber nicht getrübt werden durch Streben nach Macht und Anspruch auf die "einzige Wahrheit".

Danke für deine Aufmerksamkeit!

Jacqueline & Thomas

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Der Lebenskunst-Newsletter ist die Fortführung des betrachtenswert-Newsletters
ISSN 1617-7282

 

Er ist ein gemeinsamer Service von

www.zenkreis.de und www.betrachtenswert.de

und erscheint 8-10 x im Jahr mit kurzen Zitaten,

Gedankenimpulsen, TV-Tipps, Aufgelesenem, Humor und/oder Buchtipps.

Weiterleitung ist erwuenscht. Unsere Texte duerfen ohne Rueckfrage

verwendet und zitiert werden, wenn der Lebenskunst-Newsletter als

Quelle mit angegeben wird.

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