Zuerst verwirren sich die Worte,
dann verwirren sich die Begriffe,
und schließlich verwirren sich
die Sachen.


-- chinesisch

 

 


Liebe Lebenskünstlerin, lieber Lebenskünstler,

 

immer wieder geht es in unseren Rundbriefen ums Still-Werden, ums Innehalten. Wenn die hektische Betriebsamkeit mal für eine Weile verschwindet, sehen wir Dinge oft klarer und erkennen, was wirklich wichtig ist. Was brauchen wir - was brauchen wir nicht?

 

Gerade erleben wir eine Situation, in der die westliche Welt den Atem anhält. Bricht unser Finanzsystem zusammen oder geht das alles munter so weiter? Keiner möchte das verlieren, was er sich mühsam erarbeitet hat. Da gibt es Menschen, die haben ein Leben lang hart gearbeitet und wollen jetzt die Früchte ihrer Mühen ernten, mal ein bißchen langsamer treten und ... stehen vor dem Nichts? Ein findiger Humorist wird dann wohl einen Erleuchteten zeichnen, der übers ganze Gesicht strahlend grinst und ruft: "Mein Leben lang habe ich nach dem Nichts gesucht, jetzt ist es von ganz allein gekommen!"

Dummerweise erscheint das "Nichts" als Mangel, und den hat sicher niemand gesucht. Schon gar nicht in einer Welt des Überflusses.

 

Drehen wir das Rad der Zeit um 50 Jahre zurück, und schauen wir uns an, was wir damals nicht hatten: es gab keine E-Mails, keine Mobiltelefone, keine Computer, keine Digitalkameras, es gab noch nicht mal Faxgeräte und auch kein Farbfernsehen, geschweige denn GPs, Navigationsgeräte oder tragbare Plattenspieler.

 

Es gibt auch heute noch Menschen, die auf Fernsehen, Internet und E-Mails verzichten können, nicht mal ein Handy haben. Das sind nicht nur, aber auch die Senioren, die am Postbankschalter eine halbe Stunde lang anstehen müssen, wenn sie eine Auskunft brauchen. Viele der modernen Geräte und technischen Möglichkeiten erleichtern unseren Alltag - sie beschleunigen aber auch unser Leben. Und sie kosten Ressourcen. Alles hat seinen Preis. Nichts ist nur gut oder nur schlecht. Die Frage ist also viel eher: wie gehen wir damit um?

 

Wir leben in einer Zeit, die nicht nur schnelle, sondern auch sehr tiefgreifende Veränderungen mit sich bringt. Wenn in diesem ganzen Wirbel die Orientierung verloren geht, ist es gut, wenn man eine innere Richtschnur hat, an der man sich orientieren kann.

Jeder Mensch hat dabei ganz individuelle Wertvorstellungen. Für den einen geht der Beruf über alles, der andere könnte nicht ohne seine Familie sein. Für den einen ist der Kapitalismus das einzig Wahre, andere warten nur darauf, bis er endlich Geschichte ist. Der eine baut auf die Evolutionslehre, der andere auf die Bibel. Wahr oder falsch, richtig oder verkehrt? Es hat schon genug Kriege wegen solcher Meinungsverschiedenheiten gegeben.

 

Werte geben uns Sicherheit. Sie entscheiden darüber, wie wir uns bei einer Wahl verhalten - nicht nur bei der Stimmabgabe in der Wahlkabine, sondern bei jeder noch so kleinen Entscheidung, die wir täglich zu treffen haben. Zu wissen, dass wir nicht genug wissen, um anderen unsere Meinung aufzuzwingen, gehört zu den Werten der Lebenskunst-Macher. Deshalb stellen wir Fragen, die sich jeder selbst beantworten kann.

  • Musst du bis spät abends telefonisch oder per Mail erreichbar sein, weil das von einem gewissenhaften Mitarbeiter/Freiberufler erwartet wird? Oder würde es vielleicht auch reichen, wenn du den Kunden am Dienstagmorgen zurück rufst, statt montagabends kurz vor zehn?
  • Müssen Geschäfte für dich am Sonntag oder nachts um drei geöffnet sein?
  • Müssen Gurken gerade sein, oder würdest du auch eine krumm gewachsene kaufen (wenn die EU-Richtlinie sie bis in deinen Supermarkt lassen würde)?
  • Brauchst du jedes Jahr einen sündhaft teuren Update deiner Computersoftware?
  • Brauchst du jedes Jahr ein neues Handys oder eine Kamera mit noch mehr Funktionen - oder würde alle zwei bis drei Jahre vielleicht auch reichen?
  • Wie viel Zeit verbringst du fahrend/reisend, um zur Arbeitsstelle zu gelangen?
    In einer idealen Welt: wie viel Zeit würdest du maximal dafür verwenden?
  • Wo fühlst du dich von den äußeren Umständen getrieben?
  • An welchen Stellen wünschst du dir mehr Spielraum?
  • Was müsste geschehen, damit du dir diesen Spielraum nehmen kannst?
  • Was gehört für dich in die Rubrik "Dinge, die die Welt nicht braucht"?

Nimm dir heute Abend oder am nächsten Wochenende mal eine halbe Stunde lang Zeit. Leg Papier und Stift bereit und denke darüber nach, was du wirklich brauchst - um entspannt zu leben. Entspannt bedeutet nicht etwa "schlaff abhängen", sondern beinhaltet eine bunte Mischung aus Arbeit, Freizeit, Familie - Aktivität und Entspannung. Und wenn du magst, dann berichte uns von deinen Erkenntnissen.

 

Eine wert-volle Woche wünschen

 

Jacqueline & Thomas

 

 

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Lebenskunst Echo

zum Thema Liebe haben wir hier gesammelt.

Noch ein Hinweis in eigener Sache: unser Newsletter erscheint momentan nur einmal im Monat, also nicht nervös werden. Schau ggf. in den Spam-Ordner, manchmal werden Newsletter von übereifrigen Spam-Filtern dorthin entsorgt.

Wenn du mehr als drei Monate nichts von uns hörst, dann melde dich. Wir löschen keine Mailadressen, aber es gibt immer wieder Adressen, die nicht (mehr) funktionieren. Manchmal kann unser Rundbrief auch nicht zugestellt werden, weil die Mailbox zu voll ist. Weil wir für jede Adresse, egal ob sie funktioniert oder nicht, eine Gebühr zahlen, entfernen wir solche Adressen nach dem zweiten Fehlversuch aus dem Verteiler.

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Lebenskünstler im Netz

Das Oktoberfest ist gerade zu Ende gegangen - kalt war's heuer, aber trotzdem voll. Wenn wir auf der Wies'n sind, trinken wir unsere erste Maß immer da, wo Gertrud während der zwei Oktoberfestwochen ihre Gäste bedient. Letztes Jahr haben wir uns nach dem Lebenskunst-Newsletter zum ersten Mal getroffen, und es war, als hätten wir uns immer schon gekannt. Danach hat Gertrud eine Feng-Shui-Ausbildung in China gemacht, und wir freuen uns schon auf einen weiteren Austausch. Auf ihrer Webseite schreibt sie:

"Wir wissen, dass es Feng Shui auch im Westen schon lange Zeit gibt. Die alten Schlösser, Kirchen, Stifte und Bürgerhäuser waren bis zum 15. Jahrhundert so gebaut, dass man mit Fug und Recht behaupten kann, dass sie 100%ig Feng-Shui gerecht sind. Diese Regeln waren tatsächlich auch bei uns bekannt; sie hatten nur keinen Namen, keine spezielle Bezeichnung und wurden nicht schriftlich weitergegeben, sondern mündlich, in den diversen Zünften. ... Zuviel Bewegung (z.B. zuviel Verkehr oder Wind) wird das Qi verteilen, es beschert den Bewohnern Ruhelosigkeit und Unwohlsein und sollte daher vermieden werden."

Wenn wir uns dieses Foto vom Potsdamer Platz in Berlin anschauen, können wir uns ungefähr vorstellen, wie sich die Menschen in den Häusern fühlen müssen. Wer's besser machen möchte, kann ja mal bei Gertrud anklopfen.

www.fengshui-raum-erwachen.de

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Passend zum Thema

Nicht alles, was in Fernost gebaut wird, ist schön. Trotzdem bieten Japan und Indien atemberaubende Motive - für Fotografen und Maler gleichermaßen.

Neu erschienen im Englisch-Verlag ist das Buch Aquarellkunst, das viele fernöstlich inspirierte Motive enthält. Dieses Buch ist aus mehreren Gründen besonders. Zum einen berichtet der Maler und Autor Simon Fletcher über seine Reiserfahrungen, zum anderen stellt er die Aquarell-Techniken vor, und gibt Einblicke in seine Arbeitsweise.

 

Im Vorwort schreibt er: "Malen war eine Meditation, die mit dem Akt des Sehenlernens begann", und später: "Zu oft sehe ich Leute mit der Malerei ringen; sie versuchen sie (die Malerei) Dinge tun zu lassen, die einfach nicht möglich sind. Das Wasser folgt immer bestimmten festen, unveränderlichen Regeln. Ich liebe es, das Wasser in seiner ureigenen Art zu verwenden, wie es fließt, und die Farbe mit sich trägt, wie ein Freund..."

In diesen Worten wird deutlich, wie Malen, wie der Umgang mit den Materialien, auf einer handwerklichen Ebene das Loslassen und Fließenlassen trainiert. Wir sind sicher: das kommt dem Übenden auch in anderen Lebensbereichen zugute!

Neben Fotografien finden sich in diesem reich bebilderten und hochwertig gedruckten Buch viele Abbildungen der Aquarelle. Ein modernes und ungewöhnliches Buchkonzept, das die farbintensive Aquarellkunst Simon Fletchers angemessen unterstreicht.

Aquarellkunst - Inspiration aus Fernost (Amazon)
Erschienen im www.englisch-verlag.de

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Bildgestaltungs-Workshop

Nicht nur beim Malen, sondern auch beim Fotografieren ist die Gestaltung des Bildes die entscheidende Tätigkeit. Manch eine/r hat den richtigen Blick für Bilder in die Wiege gelegt bekommen, andere tun sich schwer und müssen etwas länger üben.

Für diesem Online-Kurs hat Jacqueline Unterlagen über die fotografischen Bildgestaltungs-elemente zusammengestellt und zeigt, wodurch die Bildgestaltung positiv beeinflusst werden kann.

 

Die Teilnehmer stellen im virtuellen Klassenzimmer ihre eigenen Bildbeispiele vor, erhalten Feedback und Übungsaufgaben, die auf die jeweiligen Bedürfnisse abgestimmt sind. Die Kameraausrüstung ist in diesem Workshop nebensächlich, es geht um's Sehen und Gestalten.

Der Workshop dauert 8 Tage: er startet am Donnerstag und endet am Donnerstag der darauf folgenden Woche. Übers Wochenende ist Zeit, an den Übungen zu arbeiten.

Einführungspreis: 95,- EUR
Start: 9.10.

Infos und Anmeldung

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Finanzkrise

Ich würde es sehr begrüßen, wenn Manager und Firmenbosse mit Ihrem eigenen Kapital für das geradestehen, was sie täglich tun. Schließlich müssen Sie, lieber Leser und ich das auch.


-- Stephan Kaiser (FinanzplanTeam)

Unser Tipp für alle Selbstständigen, der neue GRATIS Download:

Das FinanzplanTeam zeigt Ihnen als Chef anhand von Beispielen in dieser Broschüre einen einfachen und gangbaren Weg auf, wie man auf Dauer erfolgreich mit seinen Finanzen wirtschaftet.

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Und dann war da noch...

George Horace Lorimer, der sagte:

Es ist gut, Geld zu haben und die Dinge, die man mit Geld kaufen kann. Es ist aber auch gut, wenn man sich von Zeit zu Zeit vergewissert, ob man nicht die Dinge verloren hat, die unbezahlbar sind.

Danke für deine Aufmerksamkeit!

Jacqueline & Thomas

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Der Lebenskunst-Newsletter ist die Fortführung des betrachtenswert-Newsletters
ISSN 1617-7282

 

Er ist ein gemeinsamer Service von

www.zenkreis.de und www.betrachtenswert.de

und erscheint 8-10 x im Jahr mit kurzen Zitaten,

Gedankenimpulsen, TV-Tipps, Aufgelesenem, Humor und/oder Buchtipps.

Weiterleitung ist erwuenscht. Unsere Texte duerfen ohne Rueckfrage

verwendet und zitiert werden, wenn der Lebenskunst-Newsletter als

Quelle mit angegeben wird.

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