Wahres Glück besteht nicht darin,
dass man bekommt,
was man mag.
Es kommt aus der Bemühung,
Zuneigung zu gewinnen zu dem,
was man nicht mag.

-- Mahatma Gandhi

   


Liebe Lebenskünstlerin, lieber Lebenskünstler,

 

wie oft stellst du in deinem Leben fest, dass du unaufmerksam warst?

Fehler passieren, das ist menschlich. So lange es sich um Kleinigkeiten handelt, ist das auch nicht weiter schlimm. Im besten Fall lernen wir aus solchen Fehlern, machen jeden nur einmal. Anders sieht es aus, wenn Unaufmerksamkeit dazu führt, dass andere Menschen oder Lebewesen beeinträchtigt werden oder gar Schaden nehmen. Solche Ereignisse lösen Schuldgefühle aus und damit oft eine jahre- oder lebenslange Qual. Die Übung der Achtsamkeit führt dazu, dass wir Fehler erkennen und im besten Fall passieren sie erst gar nicht. Dadurch verbessert sich nicht nur unsere Leistung sondern auch unsere Lebensqualität.

Achtsamkeit heißt, sich bewusst darüber zu sein, was hier und jetzt im Inneren und im Äußeren passiert, z.B. ich sitze vor dem PC und lese einen Text, während nebenan jemand telefoniert und der Duft von frischem Kaffee durch den Raum zieht. Ich fühle mich wach und entspannt.

Achtsamkeit und Disziplin sind eng mit einander verbunden. Die Zen-Übung beinhaltet eine ganze Reihe von strengen Ritualen, die möglichst genau eingehalten werden sollen, um die Achtsamkeit zu trainieren. Dazu gehört unter anderem der pünktliche Beginn der Meditation. Es gibt immer viele Gründe und Erklärungen, warum Leute eine Stunde zu früh oder zehn Minuten später kommen. Wer zu früh kommt, wird beim Zen-Abend ebenso weg geschickt wie der, derjenige, der sich verspätet. Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit üben sind bereits Teil des Achtsamkeitstrainings. Real erlebte Beispiele aus der letzten Woche: wir erhalten einen Anruf von jemandem, der zum Zen-Abend kommen möchte. Statt um 18 Uhr steht die Frau um 17:30 h vor der Tür. Wir fordern sie auf, um 18 Uhr wieder da zu sein: sie kommt nicht mehr. Eine andere Frau ruft an, und fragt nach einem Qigong-Kurs. Auf den Hinweis, dass wir Zen-Meditation machen, meint sie: ach, das würde sie auch gern mal ausprobieren. Zen probiert man nicht aus: in japanischen Klöstern müssen die Novizen manchmal tagelang auf den Stufen des Klosters sitzen und wissen nicht, ob sie überhaupt eingelassen werden. So krass halten wir es nicht, aber für viele Menschen scheint es schon eine Herausforderung zu sein, die Inhalte einer Webseite zu lesen und pünktlich da zu sein. Wie sieht es dann erst mit den etwas schwierigeren Anforderungen des täglichen Lebens aus?

Wie im Kleinen so im Großen
Ebenfalls zur Achtsamkeit gehört, dass man alles, was innen und außen geschieht, gelassen und ohne emotionale Aufruhr betrachten kann. Wer die strengen Regeln als Schikane betrachtet, hat Zen nicht verstanden. Provokation des Ego ist Teil des Konzepts. Wer Provokationen gelassen anschauen kann, und nicht gleich wie ein HB-Männchen in die Luft geht, hat einen großen Schritt in Richtung Gelassenheit getan und gelangt zur inneren Ruhe, die ihn auch dazu befähigt, angemessen auf Ungerechtigkeiten zu reagieren.

Meditation ist keine Träumerei, kein Dahinschwelgen in Gedanken, keine Entspannungsübung und auch keine Therapie. Die Wirkung der Meditation stellt sich nicht ein, nur weil man mal einen Kurs besucht. Es ist eine Veränderung der Denk- und Lebensweise und man muss (und kann) selbst etwas dafür tun. Wenn du Achtsamkeit üben möchtest, findest du weiter unten zwei Übungsvorschläge. Aber du kannst jeden Moment, jedes Ereignis in deinem Leben als Übung nutzen. Die höchste Form der Achtsamkeit ist es, wenn du bei all dem, was passiert, einfach nur "Aha?" sagst.

Eine achtsame Woche wünschen

Thomas & Jacqueline

 

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Lebenskunst Echo

In unserem letzten Rundbrief haben wir uns mit dem Thema Angst beschäftigt, und an die Pandemie-Panik erinnert, die uns mit der Vogelgrippe ins Haus schwappte. Wie es der Zufall so will, ist nun endlich die lang erwartete Grippewelle unterwegs und die Angstkultur bekommt neue Nahrung. Auch hier hilft Achtsamkeit. Wer hierzulande krank ist, kann sich behandeln lassen. Gefährlicher als die Schweinegrippe ist wahrscheinlich die Gewohnheit, sich hustend und schnupfend ins Büro zu schleppen…

Wir haben auch wieder Zuschriften erhalten, die es hier zum Nachlesen gibt.

 

Ulrike (und nicht nur die) schreibt:

ich habe seit Wochen (!) keinen Newsletter mehr bekommen. :-((( kann es sein, dass meine geänderte emailadresse untergegangen ist?

Es wäre super nett, wenn Ihr mich wieder in die Abonnentenliste aufnehmen würdet – ich habe nämlich Entzugserscheinungen!

Liebe Ulrike (und alle anderen),

in der Tat: unser Rundbrief ist zwei Monate lang nicht erschienen. Auch bei uns passieren unvorhergesehene Dinge: ein Buchprojekt, das nicht mehr im Zeitplan läuft und damit alle seit März geplanten Termine aus dem Takt bringt, dazu ein Todesfall. Wie gesagt: wir wissen, dass es tausend Gründe und Erklärungen gibt, weshalb Dinge manchmal nicht pünktlich stattfinden. Aber wer uns kennt, und regelmäßig zum Zen kommt weiß auch, dass ein kurzer Anruf Wunder wirken kann ;-)


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Achtsamkeitsübungen

Hier und jetzt

Achte auf das, was du hier und jetzt gerade erlebst.

Was nimmst du mit deinen Sinnen wahr: einfach nur lauschen, einfach nur schauen, einfach nur riechen, einfach nur schmecken, einfach nur spüren.

Verzichte auf eine Reaktion. Verzichte auf Bewertungen. Beobachte es einfach nur.

Lass die Gefühle und Gedanken, die bei all dem kommen, einfach wieder ziehen

Nimm die Gefühle wahr, die sich einstellen.

Entscheide dich bewusst, worauf du deine Aufmerksamkeit richten möchtest.
Nimm bewusst wahr, was du erlebst: Halte nichts fest, schieb nichts beiseite, lass die Emotionen kommen und beobachte, wie sie wieder gehen und von neuen abgelöst werden.

Tee- oder Kaffeezeremonie
Bereite dir eine Kanne oder Tasse Tee oder Kaffee zu. Führe jede Bewegung langsam aus und achte darauf, was du tust. Es beginnt mit dem Herausnehmen des Tees oder Kaffees aus der Verpackung. Spüre die Form des Gefäßes, rieche den Duft, wenn du die Packung öffnest. Lausche bewusst den Geräuschen der Wasserzubereitung, spüre die Gegenstände in deinen Händen: ihre Form, ihr Gewicht. Mache dir die Zeit bewusst, die das Pulver braucht, um sein Aroma ans Wasser abzugeben. Sei dir bewusst, wie deine Hände die Tasse oder Kanne am Henkel berühren. Atme ruhig und tief während du all diese Handlungen ausführst. Beobachte deine Gedanken und kehre zurück zu deiner Atmung und zur Zubereitung des Getränks, wenn du merkst, dass die Gedanken abschweifen. Genieße jeden Schluck des Getränks.

Wenn du weder Tee noch Kaffee trinkst, dann kannst du diese Übung auch mit deinem Handy, beim Pinkeln oder beim Rauchen machen.

 

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Eselsweisheit


Der Schlüssel zum Durchblick oder
wie Sie Ihre Brille loswerden

Ein Buch, das nicht nur im wörtlichen, sondern auch im übertragenen Sinn für tiefe Einblicke sorgen kann... voraus gesetzt, man lässt sich von den provokativen Formulierungen des Autors (Mediziner und Sufi-Meister) und nicht abschrecken. Wer weiter liest, dem werden die Augen geöffnet. Ein Leser schreibt: Dieses Buch ist wie ein Spiegel, in den man beim Lesen hineinschaut und über seine eigene Fratze lachen muss.

Zum Buch (Amazon)

 

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Inspiration gesucht?

"Die Bilder, die wir in uns tragen, bedürfen nicht unbedingt des Außergewöhnlichen. Sie finden sich vielmehr in der Vielfalt der Natur und oft auch im Kleinen, scheinbar Unscheinbaren wieder."


Wer nach ungewöhnlichen Inspirationen für seine Arbeit als Maler/in sucht, für den ist dieses Buch eine wahre Fundgrube. Hier wird nicht erklärt, wie man Schritt für Schritt zu einem (großen) Bild kommt, oder wie man Techniken erlernt. Dafür sind die Praxisbücher geeigneter. Was man aus diesem Buch lernen kann, ist es, wie aus den kleinen, oftmals unscheinbaren Dingen, etwas Großes entsteht. Immer wieder stehen gegenständliche Digitalfotos am Anfang des Schaffensprozesses und sind in diesem hochwertigen Bildband den abstrakten Werken gegenüber gestellt, so dass der Übergang von der Bildidee zum abstrakten Motiv sichtbar wird. Die Autorin Brigitte Waldschmidt erläutert die Motive und geht dabei nicht nur auf das Arbeiten mit Farbe, Form und Struktur ein, sondern vermittelt in kurzen Textabschnitten auch das Wichtigste über die Bildformate, Präsentation und Raumgestaltung.

Zum Englisch-Verlag
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Wir verlosen dieses Buch unter allen Einsendern, die uns bis zum 30. Mai eine Nachricht schreiben, und uns verraten, was für sie die größte Inspiration war oder ist:

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Genetisch bedingt ...

Fortschritt ist eine wunderbare Sache, aber muss es wirklich genmanipulierte Pflanzen geben? Der Gen-Mais ist erst mal vom Tisch, aber noch nicht endgültig.

Brigitte schreibt: Ich habe mich an einer Aktion des Umweltinstitut München gegen einen geplanten Freisetzungsversuch mit genmanipulierten Kartoffeln beteiligt. Die Pflanzen sollen unter anderem Pharmazeutika produzieren. Einem Teil der Pharma-Kartoffeln wurden Stücke des Cholera-Bakteriums eingebaut. Daraus soll ein Impfstoff bzw. ein Impfstoff-Hilfsmittel erzeugt werden. Andere Gentechnik-Kartoffeln sollen einen Impfstoff gegen die für Kaninchen tödliche Viruserkrankung RHD produzieren. Eine dritte genmanipulierte Kartoffellinie soll den Stoff Cyanophycin produzieren. Daraus gewonnenes Polyaspartat könnte laut Antrag in der Waschmittel- oder Bauindustrie Anwendung finden. (...)

Das Freiland-Experiment hat bereits begonnen. Wer das nicht möchte, kann aktiv werden, z.B. hier:

www.umweltinstitut.org/cholerakartoffel

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Und dann war da noch...

Aristoteles, der sagte:


Jeder kann wütend werden, das ist einfach. Aber wütend auf den Richtigen zu sein, im richtigen Maß, zur richtigen Zeit, zum richtigen Zweck und auf die richtige Art, das ist schwer.

Danke für deine Aufmerksamkeit!

 

Jacqueline & Thomas

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Der Lebenskunst-Newsletter ist die Fortführung des betrachtenswert-Newsletters
ISSN 1617-7282

 

Er ist ein gemeinsamer Service von

www.zenkreis.de und www.betrachtenswert.de

und erscheint 8-10 x im Jahr mit kurzen Zitaten,

Gedankenimpulsen, TV-Tipps, Aufgelesenem, Humor und/oder Buchtipps.

Weiterleitung ist erwuenscht. Unsere Texte duerfen ohne Rueckfrage

verwendet und zitiert werden, wenn der Lebenskunst-Newsletter als

Quelle mit angegeben wird.

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