Wir haben kein Winterchaos.
Es ist einfach Winter!

Antwort einer Frau
bei einem Interview
am Frankfurter Flughafen


Liebe Lebenskünstlerin, lieber Lebenskünstler,

 

ist das nicht ein zauberhafter Winter? Die romantische weiße Pracht hüllt unsere Städte und Landschaften in ein schmuckes Kleid, die Eiskristalle knirschen bei knackigen Minusgraden unter den Schuhen, und wir haben endlich mal das, wonach im Dezember alle sehnsüchtig gerufen haben: Schneeeee! Aber wie dumm, jetzt ist's auch wieder nicht recht. Haben die da in Kopenhagen nicht von Klimaerwärmung geredet? Wie passt das denn alles zusammen?

 

Es passt nicht und es passt doch. Immer wenn wir versuchen, die Welt zu verstehen, entstehen endlose Gedankenketten. Aus diesen Gedankenketten heraus entsteht dann eine - wie auch immer geartete - Meinung über den Zustand der Welt. Diese individuelle Einschätzung bildet die Grundlage für weitere Entscheidungen. Im Gehirn entstehen Verbindungen, die im Lauf der Zeit Gedanken-Autobahnen bilden. Wie ein Computer, der nach dem Schema "wenn - dann" funktioniert, arbeitet unser Verstand verschiedene Szenarien ab, und benutzt dabei gerne die bereits vorhandenen Verbindungswege - so funktioniert das Lernen.

 

Pragmatische Gedankenketten sind die einfachsten (und buddhistischsten): Wenn es schneit, gehe ich raus zum Schnee schippen. Ich schippe Schnee (Punkt). Aber dabei bleibt es meistens nicht. Das Ego meldet sich und sagt: Wieso muss ich diesen blöden Schnee weg schippen? Warum schneit es überhaupt? Mein Rücken tut weh. Ich habe so viel Wichtigeres zu tun als Schnee schippen. Morgen soll jemand anderes diese blöde Arbeit machen. ... Oder auch: Die mit ihrer Klimakatastrophe! Ich soll nicht mit dem Flugzeug fliegen, aber die Politiker... und so weiter. Gedanken-Autobahn A1. So galoppieren unsere Gedanken dahin, tagein, tagaus. Ein Gedanke treibt den nächsten. Wenn man all diese Gedanken gewähren lässt, hat man irgendwann eine Herde wutschnaubender Rindviecher im Kopf. Diese wild gewordene Meute hat genug Potenzial, um im Gehirn Botenstoffe loszutreten, zum Beispiel für die Adrenalinproduktion. Wir sind ärgerlich, werden durch unsere Assoziationen wütend, der Körper macht sich kampfbereit. So ausgestattet, werden wir sicher jemanden finden, mit dem wir ein kleines Gefecht austragen können. Vielleicht mit dem Kollegen, der wieder zu lange Pause gemacht hat? Oder die Kassiererin an der Supermarktkasse, die selbst völlig angenervt ist, weil sie eine Stunde früher aufstehen musste, damit sie trotz Verkehrsgewühl pünktlich da sein konnte? Niemanden gefunden? Dann vielleicht abends beim Nachhausekommen. Schatz, wie war dein Tag? Wumms, und schon gibt ein Wort das andere. Und das alles nur, wegen ein paar Schneeflocken.

 

Wir haben Gedanken, das gehört zum Menschsein. Und es ist auch gut, dass wir unser Gehirn benutzen. Aber weil dieser Denkapparat so unglaublich gut funktioniert, ist er leider auch in der Lage, uns Szenarien vorzugaukeln, die reine Phantasieprodukte sind. Wir halten das, was wir denken, für ziemlich real. Es fühlt sich (dank der dazugehörigen Botenstoffe) auch körperlich ziemlich authentisch an. Wir denken nicht nur, dass die Welt bedrohlich ist, wir fühlen es auch. Aber - ist das wirklich so? Wie viele schlaflose Nächte könnten wir uns sparen, wenn wir unsere Gedanken (und damit auch die Körperchemie) zähmen! Stattdessen malen wir gerne den Teufel an die Wand und sind sogar kreativ genug, ihn mit Knetmasse dreidimensional zu gestalten, dass er uns leibhaftig erscheint...

 

Wenn wir wahrhaft versuchen, die Welt in ihrer Komplexität zu verstehen, müssen wir uns eingestehen, dass dieses Suchspiel ohne Ergebnis bleibt. Es ist ein Koan, das nicht mit dem Kopf zu lösen ist. Wir können zu Meinung A greifen, aber wir könnten auch Variante B nehmen. Welche ist richtig? Es gäbe da auch noch C, D, E ... endlos viele, je nachdem, wie komplex man das jeweilige Szenario betrachten möchte. Am Ende sind wir ratloser denn je. Und diese Ratlosigkeit ist ein interessanter Zustand, denn er zeigt uns, dass wir nicht mehr automatisch auf irgend einen gedanklichen Zug aufspringen. Es ist der Moment, in dem wir erkennen können, dass es viele mögliche Denkansätze und Lösungen gibt. Es ist der Moment, in dem wir uns ganz bewusst entscheiden können: Ich nehme Szenario A ... oder doch lieber Plan B.

 

Dass Gedanken nicht vollständig verschwinden, ist normal. Aber es gibt kurze Pausen dazwischen. In diesen Pausen können wir uns entscheiden: rege ich mich über das Schneeschippen auf? Oder suche ich mir ein anderes Szenario? Es könnte lauten: Ich lasse den Schnee liegen - egal was passiert. Oder ich stelle mich ganz bewusst der winterlichen Pflicht. Dafür spare ich mir einen Gang ins Fitness-Studio, habe Bewegung an der frischen Luft, muss nicht extra Joggen gehen. In der Psychologie nennt man diese Technik "Reframing". Wenn das Ego dann immer noch meutert und meint: Das eine sei Spaß, das andere Arbeit, dann bleibt immer noch die Frage: Ist das wirklich so?

 

Morgen ist das alles im wahrsten Sinne des Wortes "Schnee von gestern".
Deshalb lautet die Frage wie so oft: Was ist jetzt?
Worüber hast du dich heute schon aufgeregt?
Dann erlaube dir, darüber zu lachen.
Wenn dir die blöde Kuh oder der dumme Ochse im Kopf das nächste Mal begegnet, dann grüße ihn freundlich. Führe ihn auf eine saftige Weide, auf der er in Ruhe grasen kann.

 

Jacqueline und Thomas
(ihres Zeichens Viehhirten)

 


=================================================================

Zeitwelten

 

Unser letzter Rundbrief erschien kurz vor Weihnachten, und so bekamen wir eine Menge netter Weihnachtsmails. Unter anderem schrieb Ursula P.: Erstmal Danke für die netten Worte dieses Newsletters. Es ist immer wieder sehr angenehm hier zu lesen. Vor allem bin ich ich ja selbst immer noch nicht wirklich in Weihnachtsstimmung. Die Zeit rennt mir jedes Jahr schneller vorbei. Ich stehe immer unentschlossener vor den Tatsachen. Wieder ein Jahr rum. ...

Ja, wieder ist ein Jahr vorbei. Schon sind wir mittendrin im neuen Jahr(zehnt). Das Gefühl, dass die Zeit nur so dahin zu rennen scheint, kennen viele. Aus diesem Grund hatte Jacqueline zusammen mit Georg Schraml 2005 die Internetseite www.zeitwelten.de aufgebaut. Inzwischen sind beide mit ihrer Fotografie so ausgelastet, dass es die Zeitwelten als eigenen Internetauftritt nicht mehr gibt. Die Domain steht zum Verkauf, die Inhalte sind geblieben. Sie ergänzen jetzt den Bereich Business und Selbstorganisation bei www.betrachtenswert.de
Wer etwas mehr über die Zeit erfahren möchte, und damit verbundenen Phänomene wie Stress und Burnout, kann hier weiterlesen.

Und wer in der Region Regensburg nach einem Foto- oder Bildbearbeitungskurs sucht, wird hier fündig.


=================================================================

 

Zenkreis-Kalender 2010

 

 



Natürlich gibt es auch in diesem Jahr wieder einen. Wer ihn noch nicht selbst gefunden hat, kann ihn hier anschauen und herunterladen.

============================

Weiterlesen

Paul Watzlawick hat die oben beschriebenen Gedankengänge in einer wunderbaren kurzen Geschichte auf den Punkt gebracht: Die Geschichte mit dem Hammer. Wer sie nachlesen möchte, findet sie unter anderem hier.

Eckhart Tolle spricht in einem vierminütigen Video über hinderliche Gedankengebäude.

 

 




=================================================================

Von der Kunst leben


Motive nicht nur für PferdeliebhaberInnen

Wir wissen, dass viele unserer Leserinnen & Leser nicht nur an der Kunst der Lebensführung interessiert sind, sondern auch selbst malen. Nicht alles, was uns an Galerie-Links zugetragen wird, passt zu diesem Rundbrief. Nicht alles, was uns gefällt, gefällt unseren Lesern. Deshalb sind wir natürlich gespannt, wie es in diesem Fall aussieht: Elena Nevado ist Pferdezüchterin, lebt in Andalusien und in den USA. Aus dieser Kombination heraus entstehen Pferdebilder, die anders sind, als andere.

Das hier gezeigte Motiv ist leider schon verkauft, aber es gibt natürlich mehr. Zu sehen in der Online-Galerie der Künstlerin.

 

 

 



     


==ANZEIGE=========================================================

Anzeige

Hallo, ich bin Tante Erna, das neue virtuelle Mitglied des FinanzplanTeams.

Im neuen kostenfreien 'StartCenter für Finanzfragen' bin ich als ‚Der Tante Erna-Rechner’ das Herzstück. Ich bin dazu da, um Ihnen bei allen Finanzberechnungen weiter zu helfen.

Meine Programmierer haben mir schon über 30 verschiedene Berechnungen zu ganz alltäglichen Finanzfragen beigebracht. Ich helfe Ihnen so in Zukunft dabei, Ihre Finanzverträge zu berechnen, damit Sie mehr aus Ihren Sparanlagen herausholen können oder auch weniger Kosten für Hypotheken und Darlehen haben...

Sämtliche Berechnungen sind (genauso wie die komplette Software des 'StartCenter für Finanzfragen' kostenfrei.

Zum Software Download

=================================================================

Und dann war da noch...

Emil Oesch, der sagte

Menschen, die Zeit haben,
sind immer auch Menschen,
die nicht glauben,
sie müßten alles selbst machen.

Danke für deine Aufmerksamkeit!

 

=================================================================

Der Lebenskunst-Newsletter ist die Fortführung des betrachtenswert-Newsletters
ISSN 1617-7282

 

Er ist ein gemeinsamer Service von

www.zenkreis.de und www.betrachtenswert.de

und erscheint 8-10 x im Jahr mit kurzen Zitaten,

Gedankenimpulsen, TV-Tipps, Aufgelesenem, Humor und/oder Buchtipps.

Weiterleitung ist erwuenscht. Unsere Texte duerfen ohne Rueckfrage

verwendet und zitiert werden, wenn der Lebenskunst-Newsletter als

Quelle mit angegeben wird.


 

zur Übersicht
Impressum