Achtsamkeit ist ein
aufmerksames Beobachten,
ein Gewahrsein,
das völlig frei von Motiven
oder Wünschen ist,
ein Beobachten
ohne jegliche Interpretation
oder Verzerrung.


Krishnamurti


Liebe Lebenskünstlerin, lieber Lebenskünstler,

 

über Achtsamkeit haben wir in unserem Rundbrief ja schon häufiger geschrieben. Die Übung der Achtsamkeit ist das zentrale Anliegen unserer Meditationsübungen. Dabei ist das Sitzen auf einem Meditationskissen eigentlich nur der Einstieg. Indem wir uns in einen ruhigen Raum begeben, bestimmte Rituale vollziehen, und uns ganz bewusst von der äußeren Hektik abschirmen, fällt es uns leichter, zu lernen, wie wir unseren Atem und unsere Gedanken beobachten. Diese Übungseinheiten sind für Anfänger zunächst schwierig, weil er zwanzig Minuten oder eine halbe Stunde lang ruhig sitzen muss. Die Beine schlafen ein, die Knie tun weh... Wir haben Gelegenheit, all die aufkommenden Empfindungen und unsere Gedanken darüber zu bemerken. Irgendwann, wenn diese Übung zur Routine wird, fällt es leicht, sich still zu halten, den Atem zu beobachten, die Gedanken ziehen zu lassen, und die sich ausbreitende Stille zu entdecken und zu genießen. Dann wird Meditation zur Entspannung. Aber damit ist das Ziel noch lange nicht erreicht.

 

Was passiert, sobald die Tür der Zendo hinter uns ins Schloss gefallen ist? Ziel des Sitzens ist es, den Zustand der Achtsamkeit mit hinaus zu nehmen, ins tägliche Leben. Natürlich gelingt das nicht immer, und nicht dauerhaft. Immer wieder kommen die Momente, in denen auch wir zurück fallen: ins Nicht-Wollen, in die Bequemlichkeit, in die typischen Reaktionsmuster. Ungeduld: wieso fährt der Depp nicht los, die Ampel ist seit gefühlten fünf Minuten grün! Huuup! Genervtsein: wieso muss der Teilnehmer jetzt den Kurs schon wieder umbuchen? Rrrrhg! Und wieso hört der Hund da draußen nicht auf zu bellen?

 

Wenn man sich bei solchen Gedanken ertappt, ist die Achtsamkeit schon wieder da.
Meditation kann man überall üben. Irgend jemand sagte sogar einmal: wirklich meditieren kannst du am besten auf einer belebten Straßenkreuzung. Wir haben das in London erlebt, als wir in einem Straßencafe auf Fish & Chips warteten. Das Geräusch von Busmotoren, quietschenden Bremsen und heulenden Polizeisirenen, die sich in engen Straßenschluchten zu einem tosenden, ohrenbetäubenden Lärm aufschaukelten, werden mich noch lange an das Urlaubs-Zazen erinnern.

Dazu ein Satz von Eckhart Tolle: Wenn du dein Hier und Jetzt unerträglich findest und es dich unglücklich macht, dann gibt es drei Möglichkeiten: Verlasse die Situation, verändere sie oder akzeptiere sie ganz. Wenn du Verantwortung für dein Leben übernehmen willst, dann musst du eine dieser drei Möglichkeiten wählen, und du musst die Wahl jetzt treffen.

  • Kennst du deine Lieblings-Reiz-Situationen?
  • Was bringt dich immer wieder dazu, in deine alten Reaktionsmuster zu fallen?
  • Wie reagierst du auf Situation xyz?
  • Woran könntest du beim nächsten Mal erkennen, dass du gerade wieder in einem Reiz-Reaktionsmuster steckst?
  • Wenn du erkennst, dass du gerade wieder in Rage gerätst, dann halte innerlich für einen Moment inne. Atme einmal tief durch und schließe die Augen.
  • Unterbrich das Reiz-Reaktionsmuster, indem du anders reagierst als üblicherweise.
  • Beobachte, was in dir passiert.

Vielleicht kannst du auch beobachten, wie die Welle von Zorn oder Ärger schwächer wird, oder ganz verschwindet. In diesem Moment bist du achtsam. Es eröffnet sich die Möglichkeit, eine ungeliebte Situation mit mehr Abstand zu betrachten. Und daraus ergeben sich oft neue Handlungsmöglichkeiten.

Eine achtsame Woche wünschen

 

Jacqueline & Thomas

 

=================================================================

Achtsamkeitsübung für Autofahrer

 

Eine gute Möglichkeit Achtsamkeit im Alltag zu üben, ist der Straßenverkehr. Da sollten alle Beteiligten wirklich wach und aufmerksam sein. Ein Phänomen, das wir immer wieder beobachten können, ist das Links-Mitte-Fahren auf der Autobahn. Während die rechte Spur oft komplett frei ist, fahren 70-80% der PkW-Fahrer in der Mitte und links. Die Autobahnen sind voll und häufig entstehen Staus aus dem Nichts. Dieses Nichts kommt nicht von Ungefähr: würde die gesamte verfügbare Fahrbahnfläche (also auch die rechte Spur) genutzt, würden sich die Fahrzeuge besser verteilen, der gesamte Verkehr könnte besser fließen. Stattdessen muss in der Mitte und links immer wieder gebremst werden, vor allem, wenn langsamere Fahrzeuge die mittlere Spur blockieren. Mit etwas mehr Achtsamkeit und weniger Bequemlichkeit ließe sich so mancher Stau verhindern. Das Phänomen tritt übrigens auch bei zweispurigen Straßen auf. Die rechte Spur ist nicht für Brummis reserviert - im August waren am Wochenende fast keine unterwegs, und die PkW mieden trotzdem alle die rechte Spur. Gewohnheit!?

 

Wenn du das nächste Mal mit dem Auto unterwegs bist, dann achte einmal bewusst darauf, ob es nötig ist, immer auf der gleichen Spur zu fahren. Vielleicht ist rechts unendlich viel Raum?

 

Achtsamkeit im Rundbrief Mai 2009


=================================================================

Lebenskunst-Echo

 

Axel schreibt: Seit 2006 beziehe ich regelmäßig euren Newsletter. Hier finde ich immer wieder geistvolle Ideen und Anregungen.

Den Titel des Buches "Wer bin ich, und wenn ja: wie viele?" habe ich bewusst als Betreffzeile gewählt. Eine Metapher beschäftigt mich schon seit längerem:
Der Mensch - eine Zwiebel. Was macht meine Person aus ?

Wer mit Axel über Fragen wie diese diskutieren möchte, kann hier weiter lesen.

 

In eigener Sache: Wir bekommen immer wieder Einladungen an unsere Zenkreis-Adresse, Freunde von xyz bei facebook zu werden. Bitte verschont uns mit solchen Anfragen. Der Zenkreis hat sich entschlossen, nicht auf facebook, twitter & co. aktiv zu sein.


=================================================================

Buchtipps

   

Wir sind die Wirtschaft von Kai Romhardt

L'Ètat c'est moi! Ich bin der Staat! Das war der Leitsatz des Absolutismus. Heute leben wir in einer Demokratie, und angesichts der Beobachtungen, die wir von Politik und Wirtschaft machen, stellt sich die Frage: könnten wir nicht auch mal der Staat sein, oder wenigstens die Wirtschaft?

Der Buchtitel von Kai Romhardt sieht interessant aus, die Meinungen zum Buch sind gemischt. Dass wir von Wachstumsillusionen Abschied nehmen müssen, ahnt jeder irgendwie. Ob und wie wir zu einem rechten Maß finden können, ob und wie wir uns aus Ego-Fallen befreien und ein gesundes Miteinander entwickeln können, muss jeder selbst entscheiden. Jeder von uns ist Teil des Wirtschaftssystems, ob wir das nun wollen oder nicht. Der Autor zeigt Wege auf zu mehr Achtsamkeit im Hinblick auf Arbeit, Konsum und den Umgang mit Finanzen. Er zeigt Ansätze, wie wir wahren materiellen Wohlstand schaffen können, ohne darüber unseren geistigen Wohlstand zu verspielen.

bei Amazon bestellen  
   

Reiseziel Glück von Bea Engelmann

Nichts wie los und Koffer packen! Wir haben die Autorin des Buchs in einem TV-Interview gesehen und sie wirkte sehr kompetent.
Wer Lust auf eine Standortbestimmung hat, heraus finden möchte, welche Ziele ihn bzw. sie ganz persönlich glücklich machen können und wie man das erreichen kann, ist in diesem Buch beschrieben.

Aus der Buchbeschreibung: Das Buch hilft beim Kofferpacken (Welche Ressourcen nehme ich mit?) und beim Rucksack-Check (Was brauche ich wirklich?), es versorgt Sie mit Reiseproviant für die Seele und berät bei der Auswahl der Reisebegleiter.

Über 150 interaktive „Glücksimpulse“ und Übungen, Strategievorschläge und „Glückstipps“ vermitteln zielstrebig eine positive Lebenseinstellung und machen Sie zügig zum Experten für Ihr persönliches Glück. Denn der Schlüssel zu Ihrem Glück sind Sie!

bei Amazon bestellen  

==ANZEIGE=========================================================

GRATIS eBook ‚Der Finanzplan' - im Wert von 12,50 Euro

Durch einen allzu sorglosen Umgang mit Geld entstehen oft große finanzielle Probleme. Deshalb hat Stephan Kaiser das Buch "Der Finanzplan" als Wegweiser in finanziellen Fragen geschrieben. Das Buch vermittelt, wie einfach der gute Umgang mit seinem Geld sein kann. Sie stoppen unnötige Ausgaben und finden neue finanzielle Freiräume. Fühlen Sie sich gut versorgt und lernen Sie, sich positiv um Ihr Geld zu kümmern. So bleibt das Geld ab jetzt da, wo es hingehört ... bei Ihnen als Leser! und Sie kommen ab sofort immer besser und besser mit Ihrem Geld aus. Profitieren auch Sie von den Tipps im Finanzplan Newsletter und Sie erhalten den Download vollkommen kostenfrei.

Zum Download

=================================================================

Und dann war da noch...

Thich Nhat Hanh, der sagte:

Alles, was wir für uns selbst tun, tun wir auch für andere,
und alles, was wir für andere tun, tun wir auch für uns selbst.

Danke für deine Aufmerksamkeit!

 

=================================================================

Der Lebenskunst-Newsletter ist die Fortführung des betrachtenswert-Newsletters
ISSN 1617-7282

 

Er ist ein gemeinsamer Service von

www.zenkreis.de und www.betrachtenswert.de

und erscheint 8-10 x im Jahr mit kurzen Zitaten,

Gedankenimpulsen, TV-Tipps, Aufgelesenem, Humor und/oder Buchtipps.

Weiterleitung ist erwuenscht. Unsere Texte duerfen ohne Rueckfrage

verwendet und zitiert werden, wenn der Lebenskunst-Newsletter als

Quelle mit angegeben wird.


 

zur Übersicht
Impressum